Links überspringen

Kinder und Trauer

Kindliches Verständnis von Trauer

Kinder begreifen die Trauer anders als Erwachsene. Das Verständnis für Trauer, so wie sie die Erwachsenen empfinden, entwickelt sich erst. Säuglinge und Kleinkinder begreifen dieses Gefühl noch gar nicht, sie fühlen lediglich Verlust und Trennungsschmerz. Dass jemand tot ist, wissen sie nicht. Für sie ist der- oder diejenige einfach nicht anwesend. Ab ca. drei Jahren entwickelt sich langsam das Verständnis für die Endgültigkeit und erst ab ca. elf Jahren kann akzeptiert werden, dass man an dieser Endgültigkeit auch nichts ändern kann.

Erwachsene Hände halten Kinderhände tröstend fest

Kindern beim Trauern helfen

Die Art, wie Kinder trauern, unterscheidet sich der von Erwachsenen. Sie können sich noch nicht genau ausdrücken und machen so viele Ängste und Sorgen mit sich selbst aus. Diese Unsicherheit äußert sich unterschiedlich. Wenn ein Kind nach einem Verlust also oft bockig ist oder Wutanfälle hat, versucht es möglicherweise nur, mit seiner Trauer umzugehen und braucht keinen Tadel, sondern Hilfe dabei.

Diese Hilfe erfolgt am Besten durch absolute Ehrlichkeit. Die Fragen, die auftreten, müssen unverzüglich und ehrlich beantwortet werden, damit das Kind wieder Halt findet und versteht, was passiert ist. Das Benutzen von bewusst starken Worten wie „nie wieder“, „sterben“, „Tod“ und „lebt nicht mehr“ hilft dabei. Außerdem brauchen auch die Kleinsten die Möglichkeit, sich von der geliebten Person zu verabschieden. Dabei helfen Besuche am Grab, kleine Gedenkecken zu Hause und auch das Reden über den Verlust und den Menschen, der fehlt. Ein nach wie vor geregelter Tagesablauf schafft Struktur und Halt, ebenso wie das Aufbauen neuer Beziehungen und das Ausleben von Kreativität.

Dürfen Kinder zu Beerdigungen mitkommen?

Prinzipiell gilt: Ja, sie dürfen. Es ist nicht verboten, doch durch die andere Trauerverarbeitung der Kinder kann es dazu kommen, dass sie nicht still sind, sondern Fragen stellen, schreien oder spielen wollen. Generell muss jeder selbst wissen, ob er/sie diese Tatsache akzeptieren kann. Man sollte die Trauergemeinde jedoch fragen, denn es kann sein, dass sich einige von lauten Kindern gestört fühlen und so nicht richtig trauern können.

Wenn Das Kind mitkommt, sollte es gut darauf vorbereitet werden, was folgt. Die Situation ist verstörend genug, deshalb braucht es diese Rettungsleine, an der es sich festhalten kann. Wenn das Kind weiß, dass es nicht alleine ist, was geschieht und warum, kann es das Gesehene besser verarbeiten.

Weitere Beiträge aus unserem Ratgeber:

Beerdigungsknigge
Was im Trauerfall tun
Bestattungsrecht
FAQ