Links überspringen

Bestattungsorte

Grabarten und Graborte

Neben den unterschiedlichen Bestattungsformen gibt es auch unterschiedliche Arten von Gräbern. Hier kommt es darauf an, ob eine Erd- oder Feuerbestattung gewünscht ist, da nicht alle Grabarten für beide Bestattungsformen möglich sind.

Friedhöfe

Die Verwaltung und der Betrieb von Friedhöfen in Deutschland werden oft von kirchlichen Trägerschaften oder Kommunen getragen. Die auf dem Friedhof geltenden Regeln, beispielsweise Öffnungszeiten, Verhaltensregeln, Nutzungsrechte, Ruhefristen und Vergabe von Grabplätzen werden in der Friedhofssatzung festgehalten. Diese orientiert sich wiederum am landesweit geltenden Friedhofs- und Bestattungsrecht.

Baumgräber, Ruhe- und Friedwälder

Im Gegensatz zu den städtischen Friedhöfen stehen die Ruhe- und Friedwälder. Hier werden Urnen in gekennzeichneten Waldstücken bestattet und so der Natur übergeben. Jeglicher Grabschmuck ist aber nicht gestattet, denn diese Funktion übernimmt die Natur mit dem Wechsel der Jahreszeiten selbst. Die Grabstätte wird mit einem kleinen Namensschild gekennzeichnet. Den Ort, an dem die Urne bestattet wird, können Angehörige nach Absprache frei wählen, beispielsweise unter Bäumen oder auf kleinen Lichtungen. So können die Verstorbenen ewigen Frieden in der Natur finden. Diese Gräber sind ausschließlich nach Feuerbestattungen verfügbar.

Reihen- und Wahlgräber

Generell lassen sich Friedhöfe in Reihen- und Wahlgräber einteilen. Reihengräber werden „in Reihe“ vergeben und sind weder in Größe, noch Ort frei wählbar. Es handelt sich immer um Einzelgräber.

Wahlgräber sind die teurere Alternative, da hier nicht nur der genaue Ort, sondern auch die Größe frei wählbar sind. Beide Arten stehen sowohl nach Erd- als auch Feuerbestattungen zur Verfügung.

Die verschiedenen beiden Grabgrößen sind erstens Einzeltiefgräber, in denen zwei Särge oder vier Urnen Platz finden, und zweitens Mehrfachwahl- oder auch Familiengräber, die bis zu vier Särge oder acht Urnen beherbergen können.

Wählbar sind außerdem die sogenannten Ruhefristen (also wie lange das Grab gepachtet wird). Für Erwachsenengräber betragen diese oft 30 Jahre, für Kindergräber zwischen 15 und 25 Jahre.

Reihen- und Wahlgemeinschaftsgräber

Reihengemeinschaftsgräber sind, ebenso wie Reihengräber, weder in Größe, noch Ort frei wählbar. Der Unterschied beider Grabarten besteht darin, dass Reihengräber entweder von den Angehörigen oder durch den Friedhofsgärtner gepflegt werden müssen, was bei den Reihengemeinschaftsgräbern nicht der Fall ist. Stattdessen wird die Graboberfläche mit Rasen eingesät. Oft wird die Grabstelle zusätzlich mit einer Namenstafel oder dem Eintrag auf einer Namenswand gekennzeichnet. Auf einigen Friedhöfen ist diese Markierung Pflicht.

Der genaue Ort und die Größe von Wahlgemeinschaftsgräbern ist, ebenso wie bei Wahlgräbern, frei wählbar. Auch diese beiden Grabarten unterscheiden sich dadurch, dass Wahlgemeinschaftsgräber nicht gepflegt werden müssen, da dies die Friedhofsverwaltung übernimmt. Oft existiert eine Pflanzecke, die die Angehörigen nutzen dürfen aber nicht müssen. Es gibt ein- und zweistellige Wahlgemeinschaftsgräber.

Auch hier stehen beide Grabarten sowohl nach Erd- als auch Feuerbestattungen zur Verfügung.

Kolumbarien und Urnengärten

Kolumbarien sind drinnen zu finden, unter anderem in manchen Bestattungsinstituten und Hospizen. Dies ermöglicht es den Angehörigen, während der Besuche wind- und wettergeschützt zu sein. Außerdem bieten Sitzplätze Platz, um bei dem/der Verstorbenen verweilen zu können. Da der verfügbare Platz jedoch begrenzt ist, sollte sich früh um einen Platz gekümmert werden.

Urnengärten befinden sich auf Friedhöfen. Es sind speziell dafür angelegte Flächen. Jedes Grab wird durch eine Stelle darauf gekennzeichnet, die mit Vor- und Nachname, Geburts- und Sterbejahr beschriftet sind. Ähnlich wie in Friedwäldern sind auch hier keine weiteren oder individuellen Schmückungen gestattet.

Beide Grabarten stehen nur nach Feuerbestattungen zur Verfügung.

Erinnerungsgarten

Im evangelischen Friedhof, an der Wildeshauser Straße in Delmenhorst, macht ein Erinnerungsgarten jahrzehntelanges und pflegeleichtes Trauern möglich. Sowohl Urnen als auch Särge finden auf dem Areal Platz. Die Grabpflege wird dabei professionellen Gärtnern übergeben, während sich eine Treuhandgesellschaft um die Bewirtschaftung kümmert.